Wer kann diesem Cover schon widerstehen? Ein Zombie, der zwei Waffen hält. Na? Na? Angefixt durch eben dieses Bild und den kurzen Text auf der Rückseite entschied ich mich kurzerhand, dem Filmchen ein neues Zuhause zu geben. Zombies gehen ja immer.
Titel: Untote wie wir
Originaltitel: The Revenant
Spielzeit: 113 Min
Erscheinungsjahr: 2010
Produktionsland: USA
Regie: D. Kerry Prior
Darsteller: David Anders, Chris Wylde, Louise Griffiths, Jacy King, u.a.
Und um was geht’s?
Bart ist Soldat und kommt im Einsatz bei einem fiesen Hinterhalt ums Leben. Doch er bleibt nicht tot. Durch ungeklärte Ursache scheint er ein wandelnder Toter zu sein, bei vollem Verstand. Er sucht Zuflucht bei Joey, und gemeinsam versuchen sie aufzuklären, was mit Bart nicht stimmt. Schnell wird klar: Bart muss etwas essen um nicht zu verwesen. Doch normale Nahrung erweist sich als äußerst ungeeignet und vor allem schlecht für Joeys Teppich. Bart braucht Menschenblut. Und da es auf Dauer zu viel Aufsehen erregt, die örtlichen Krankenhäuser zu überfallen, kommt den beiden eine Idee. In der Stadt gibt es schließlich genügend Kriminelle, die ohnehin niemand vermissen würde. Und da Bart schon tot ist, braucht er auch keine Angst vor den bösen Jungs zu haben.
Fazit? (Achtung, Spoiler!)
Zunächst einmal die ernüchternde (aber akzeptable) Nachricht vorweg: Dieser Film ist nicht auf Gore ausgelegt. Es gibt zwar ein paar Szenen, die den FSK-18-Aufkleber auf der Hülle rechtfertigen, aber es gibt keine klassischen Splatter-Szenen wie man sie aus anderen Filmen des Genres kennt.
Apropos Hülle… da muss ich gleich mal einhaken. Auf der Rückseite befinden sich wie bei vielen Filmen einige kurze Bewertungen in Form von Zitaten. Unter anderem steht dort “Der legitime Nachfolger von Braindead und Shaun Of The Dead”. Nun… das ist lediglich meine Meinung, aber ich bezweifle dass die Jungs von “Virus”, von denen offenbar dieses Zitat stammt, diese beiden Filme gesehen haben. Dieser Film ist schlichtweg nicht mit Braindead zu vergleichen, dafür gibt es sprichwörtlich hektoliterweise zu wenig Blut und Gedärme, zu wenig Kult-Potential und er ist bei Weitem nicht lustig genug. Die Tatsache, dass es ein Zombie-Buddy-Movie ist, erlaubt aber einen Vergleich mit Shaun Of The Dead. Aber ich würde nicht so weit gehen, und ihn gleich als Nachfolger betiteln. Die beiden Filme spielen einfach nicht in der selben Liga. Auch die anderen Bewertungs-Zitate finde ich… bemerkenswert, und kann mich dem nicht ganz anschließen. Aber nun gut.
Ich finde die Idee prinzipiell nicht schlecht, mal einen Zombiefilm zu sehen, in dem die Betroffenen nicht zu stumpfsinnigen und blutgierigen Wesen werden, sondern einen klaren Verstand und Humor behalten, sich normal fortbewegen, und auf der Couch auch mal Nachrichten sehen. Was ich aber merkwürdig fand, ist die seltsame Vermischung aus Vampir- und Zombiegenre. Wiedergänger wird es im Film genannt. Da kommt der Nerd in mir durch. Ein Zombie, der (nur) Menschenblut braucht. OK, das lasse ich gerade noch so durchgehen, auch wenn er sich normalerweise von Gehirnen und Menschenfleisch ernähren sollte. Aber ich musste recht stark schlucken, als allen ernstes im Film erwähnt wird, die einzige Methode, einen Zombie endgültig zu töten, sei Enthaupten und… einen Pflock durch sein Herz zu treiben. Beides zugleich, wohlgemerkt! Alter… wenn Romero und Stoker das wüssten.
Mit 113 Minuten ist der Film nach meinem Kenntnisstand zwar ungeschnitten, aber dennoch hätte man den Schwerpunkt etwas mehr auf die “Nahrungsbeschaffung” von Bart und später auch Joey setzen können. Die restliche Geschichte, ist zwar durchaus nett und teilweise auch lustig gemacht, reißt einen aber nun nicht vom Hocker. So ganz klar wird es nicht, ob der Film nun eine Komödie, ein Zombie-Shooter oder irgendetwas anderes ist. Auch wenn man teilweise grinst oder auch mal lachen muss, eine “Bitterböse Horrorkomödie mit Kultgarantie” (wieder eine Bewertung auf der Rückseite der Hülle, diesmal von Widescreen) sieht meiner Meinung nach etwas anders aus.
Trivia: Als Bart und Joey im Krankenhaus warten, hört man wie über Lautsprecher ein gewisser Doktor Huxtable in die Gynäkologie gerufen wird.
Rating?








Hier gibt es sechs von zehn zweckentfremdeten Vibratoren. Der Film ist alles in allem brauchbar und unterhaltsam, aber leider für einen Zombiefilm etwas zu brav. Leichte Kost an einem Freitag Abend, und trotz FSK-18-Freigabe auch für Personen geeignet, die nicht so auf Splatter-Einlagen stehen.
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