Titel: Old Men In New Cars – In China essen sie Hunde 2
Originaltitel: Gamle mænd i nye biler
Spielzeit: 93Min
Erscheinungsjahr: 2002
Produktionsland: Dänemark
Regie: Lasse Spang Olsen
Darsteller: Kim Bodnia, Torkel Petersson, Iben Hjejle, u.a.
Und um was geht’s?
Harald wird endlich aus dem Gefängnis entlassen. Noch keine fünf Minuten in Freiheit steht auch schon die serbische Mafia vor ihm, und macht ihm klar, dass er ihnen noch Geld schuldet. Als wäre das nicht schon schlimm genug, liegt auch noch sein Ziehvater im Sterben. Bevor es mit ihm zu Ende geht, hat er noch einen Wunsch. Er möchte seinen unehelichen Sohn Ludvig wiedersehen. Harald verspricht ihm, diesen Wunsch wahr werden zu lassen. Zusammen mit seinen beiden Kumpels Martin und Peter nimmt er sich der Sache an. Da gibt es nur ein kleines Problem: Ludvig sitzt in einem Hochsicherheitsgefängnis in Schweden, denn er hat fünf Frauen brutal ermordet.
Fazit? (Achtung, Spoiler!)
Zunächst gleich mal eine Sache: Es handelt sich bei diesem Film storymässig nicht um eine Fortsetzung, auch wenn der Titel das impliziert. Vielmehr ist es ein Prequel zu “In China essen sie Hunde”. Aber das macht ja nix. Mal ganz ehrlich, der Film ist cool, und ich fand ihn fast besser, als den ersten Teil. Durch und durch makaber, teilweise brutal, aber auch witzig. Mehrmals musste ich dreckig lachen, denn irgendwie erschien erscheint der Film etwas schonungsloser und derber.
Haralds Tobsuchtsanfälle sind einfach nur genial. Ohne eine Miene zu verziehen tickt er von einer Sekunde auf die andere aus, und wirkt sofort danach schon wieder total gefasst, als wäre gerade das normalste der Welt passiert. Vuk (der gute, alte Vuk!) ist der Running Gag im Hintergrund, der aus dem simplen Lampenwechseln eine mehrtägige, hoch komplexe Aktion macht, und immer wieder selbst Blessuren davon trägt, und Peter und Martin wollen eigentlich viel lieber zur nationalen Gebäckmeisterschaft gehen, als mit Harald kriminelle Dinger drehen.
Und dann ist da noch die durchgeknallte Mille. Sie scheint mit ihrem Leben abgeschlossen zu haben, und kann durch nichts beeindruckt oder aus der Bahn geworfen werden. Egal ob sie nun in einer Schießerei mit der Polizei als Geisel genommen wird, im Krankenhaus niedergeschossen wird. Mille ist Coolness und Gleichgültigkeit in einem. Und es wirkt absolut passend, dass sie ausgerechnet auf Ludvig, den brutalen, mehrfachen Frauenmörder, steht. Und in ihrer Gegenwart ist Ludvig ein wahrer Engel, von Hass gegen Frauen oder Menschen allgemein ist nichts mehr zu spüren.
Und von den Auseinandersetzungen zwischen der serbischen Mafia und Harald und seinen Kumpels will ich gar nicht reden. Keiner scheint den anderen richtig zu hassen. Eigentlich geht es nur ums Geschäft. Und da wundert es auch nicht, dass zwar Haralds Wagen vor seinen Augen zerstört wird, er aber trotzdem den Anführer der Gang darauf aufmerksam macht, dass er etwas im Mundwinkel hat. Gegenseitige Höflichkeit pur, alles easy, ist ja nicht persönlich gemeint. Sehr geil.
Das alles ist eine absolut sehenswerte Mischung, die ganz sicher keine Langeweile aufkommen lässt.
Rating?








Hier gibt es neun von zehn Windböhen (“Sie ist hingefallen. Da war auf einmal so eine Windböe…*wwwrrrrrrrrr*…versteht ihr?”). Sofern noch nicht geschehen solltet Ihr den Streifen unbedingt ansehen. Da kann man wirklich nichts falsch machen.
Direkt bei YouTube.






Home